Einsicht durch Zweisicht – Filme, die unter die Haut gehen

Erfahrungen

In der Doku-Serie berichten Konsument*innen und Eltern von ihren Erfahrungen mit der Abhängigkeit innerhalb der Familie. Sie sprechen über Selbstvorwürfe, Hilflosigkeit und institutionelle Enttäuschungen.

Das Filmprojekt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Baden-Württembergischen Landesvereinigung der ElternSelbsthilfe Suchtgefährdeter und Suchtkranker e.V. und Stigma e.V., das am 17.11.2023 mit den ersten Folgen auf YouTube online gegangen ist. In den Folgen mit Titeln wie „Der Rausch“ oder „Urvertrauen“ berichten Ex-Süchtige und Eltern von Betroffenen offen von ihren Erfahrungen und Emotionen mit der Sucht innerhalb der Familie. Wie fühlt sich ein Rausch an? Was ist das für ein Gefühl? Wie ist es als Elternteil, sein bewusstloses Kind im Arm zu halten? Die Doku-Serie gibt Einblicke in die Welt der Drogen, die auch Nicht-Betroffenen sehr nahe gehen. Die Serie verknüpft die Perspektiven von Konsument*innen und den oft verzweifelten Eltern und stellt Fragen an die gesellschaftlichen Bedingungen – ein wunderbares Beispiel dafür, wie Lernen aus Lebenserfahrung gelingen kann. Die persönlichen Einblicke und die Gegenüberstellung des Eltern- und Betroffenenerlebens vermitteln ein tiefes Verständnis für beide Seiten und schaffen so Vorbilder für den Umgang miteinander in der Eltern-Kind-Beziehung.

Die Entstehungsgeschichte

Heike Mohrmann, 1. Vorsitzende der Landesvereinigung der ElternSelbsthilfe Suchtgefährdeter und Suchtkranker e.V. und Initiatorin des Projekts, erzählt über die Entstehung: „Mein Sohn Tim zeigte mir irgendwann ein Video auf YouTube. Damals noch im Tal der Ahnungslosen, habe ich mich nur halbherzig dafür interessiert, zumal ich mit dem Thema Sucht noch nichts anfangen konnte – und auch nicht wollte. Als er 2015 starb, habe ich sehr viele Bücher über das Thema gekauft, unter anderem auch die Biografie von $ick (André Welter) von der Doku-Serie „Shore, Stein, Papier“. Ich dachte: Irgendetwas will mir das Buch sagen! Ich habe es sehr schnell gelesen und im Internet recherchiert, wer denn dieser $ick ist. Es war der, den Tim mir gezeigt hatte. Ich habe dann Kontakt mit $ick aufgenommen. Er und Paul Lücke von Stigma e.V. kamen zu einer Benefiz-Lesung für eine Drogenberatung in Stuttgart zu uns. Schnell hat sich gezeigt, dass sie kein Wissen von uns Eltern hatten, und wir beschlossen, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Die Idee zu „Einsicht durch Zweisicht“ war geboren.“

Reinschauen lohnt sich auf jeden Fall! Schon der Trailer schafft es, den Zuschauer in den Bann zu ziehen. In den insgesamt sechs Folgen wird offen über die Sucht gesprochen und gezeigt, was sie für die Beteiligten bedeutet. Die Serie ist im YouTube-Kanal von Stigma e.V. veröffentlicht.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Einsicht durch Zweisicht – Trailer

Auch unbedingt empfehlenswert

Der Podcast von Sucht & Ordnung, der Podcast für Suchtprävention von Roman Lemke mit Paul Lücke von Stigma e.V.

Paul Lücke ist Redakteur der Biografie-Serie „Shore, Stein, Papier“, die beim Grimme Online Award 2015 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig ist er Projektpartner des Projekts „Einsicht durch Zweisicht“. In dem Podcast spricht Paul Lücke über Stigmata und was aus seiner Sicht in Deutschland mit der Präventionsarbeit schiefläuft und was den Verein Stigma zu seinen Projekten antreibt. Außerdem bietet er einen erfrischend tabulosen Austausch zu gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Konsums und Konsumkompetenz.

Wir brauchen Ihre Unterstützung

Wir von fragEltern setzen uns ehrenamtlich und mit Herzblut für Verständnis und Unterstützung im Bereich Drogensucht ein. Wichtige Projekte, wie zum Beispiel unsere öffentlichen Kampagnen, unsere Arbeit des politischen Einmischens oder eigene Evaluierungen und Veröffentlichungen sind aber sehr aufwendig und erfordern entsprechende Mittel. Die uns in der Selbsthilfe zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten für unsere Initiative reichen dafür leider nicht aus.

Ihre Spende ermöglicht es uns, weiterhin aus unserer Elternperspektive aufzuklären, Orientierung zu bieten und politische Forderungen für eine verbesserte Versorgung einzubringen. Jeder Beitrag bringt uns einen Schritt näher zu einer Gesellschaft, die Familien in dieser herausfordernden Situation stärkt und unterstützt.

Jetzt fragEltern unterstützen

Vielen Dank für Ihre Solidarität!